Polen mit Zelt

"Wie sieht´s eigentlich aus

in Europa?"

„Kevin?“
„Hm?“
„Lass uns weg!“
„Jo“
„Wo geht`s hin?“
„Polen.“
„Was für´n Hotel?“
„Keins“

 

Fahr' los
park wann du willst

Geil, oder? Fährst du einfach los und parkst da wo du willst. Ziemlich geil!…
Aber wo willst du eigentlich parken?
„Hm“

Erst mal geradeaus fahren, irgendwann siehst du einen See, ein Feld und einen tollen Sonnenuntergang!
So richtig episch mit Meer, Möwen, toller Musik und Hundewelpen.
Genau da packst du dein Zeug aus und gönnst dir richtig, du feierst dein Leben und denkst mal nicht an die Betriebsprüfung der Rentenversicherung.
Ich habe tatsächlich nicht an die Betriebsprüfung gedacht. Mein Zeug habe ich auch ausgepackt und unser Leben haben wir auch gefeiert.

Der Rest war anders.

 

Mücken ohne
Ende

Da suchst du dir den perfekten Platz zum Zelten, hinter ’ner Ruine, entspannt und geschützt…
Dass mich genmanipulierte, äußerst aggressive Insekten attackieren – damit hab ich nicht gerechnet!
Echt nicht.

Warum sie es getan haben, kann ich euch nicht sagen, aber es war anstrengend.
Sehr anstrengend.
Wir haben 2x die Location gewechselt, um am Ende wieder an der ersten Location unser Camp aufzuschlagen.

Jaja, das Camp aufschlagen…

Schon bei der ersten Ankunft ergoss sich der gesamte Reiz einer vollständig alkoholkranken Dorfbewohnerschaft über uns.
In einer…
Ja, was war das jetzt?
…in einer Hüttensiedlung, passt glaube ich ganz gut.

Blicke, wie beim Aufstehen ohne Kaffee, beim Fahren eines 8 Zylinder Musclecars… mit nur 3 funktionierenden Zylindern…
Die trafen uns, natürlich in der rechten Hand das Dosenbier.

Versteht mich nicht falsch, ich mag Dosenbier.
Gestörte Serienmnörder mag ich aber eher selten.

Auch nicht mit Dosenbier!

Naja
#scheirich

Was soll groß passieren, die Karre ist bis zur Decke voll mit „Waffen“, der Hund beißt sowieso alles was Beine hat und irgendein Gesicht trifft man mit Schwung auch im Dunklen.
Zelt an der „Hauptstraße“ aufgeschlagen, Grill angezündet und zum Weiterfahren war es eh zu spät!
…das Dosenbier lächelte einfach zu süß!

Jede Stunde fuhr im Schnitt ein Auto unauffällig an uns vorbei, bis plötzlich ein alter Trecker aus DDR-Zeiten (grün), mit großem Anhänger an der Kreuzung hielt.
Die haarige Tötungsmaschine, welche sich als mein Hund ausgibt, schlägt Alarm.
3 Meter lange Zähne, blutunterlaufende Augen und Geräusche, die jeden Grizzly vertreiben kommen aus dem 30 Zentimeter Jack-Russell.
Der Anhänger…
5 männliche Bewohner des „Dorfes“ mit mehreren 50 Liter Fässern Bier sitzen dort.
Sie rufen unverständliche Hymnen…
Sie haben weniger als 10 Zähne pro Person.
Ja, ich meine das ernst!

Ich versuche eine Kommunikation auf Englisch herzustellen und erfahre, dass wir (ja auch das haarige Tötungstier) gerade zu einem Saufgelage eingeladen wurden.

So süß die verrosteten Bierzapf-Instrumente auch aussehen, lehnen wir ab und trinken unsere eigenen Vorräte.

Irgendwann wurde es für einen von uns Zeit fürs Bett (natürlich rede ich nicht über mich oder den haarigen Terminator), T-haarig und ich hatten Bock auf Lagerfeuer und Schweinsohren.
Naja letzteres eher er.
Ich hatte Dosenbier.

Die Nacht war überhaupt nicht schlimm!
Nachdem 7x unser Zelt zusammengebrochen ist und betrunkene „Dorf“einwohner beim Torkeln in ihr „Haus“ unsere Heringe mit Schuhgröße 71 aus der Erde gerissen haben, standen wir ausgeschlafen und bestens gelaunt am Sonnenaufgang und haben gefrühstückt.
Wir haben ja noch 2 Tage!

Polen ist
Polen

Die nächste Location gefiel uns richtig , da sie 8Km im Wald lag.
Unsere Tankanzeige sah das allerdings anders und nachdem wir 2 Stunden nach einer Tankstelle gesucht haben, konnten wir endlich unser arg vergewaltigtes Zelt (es ist hart, wenn dein Zelt mehr Sex als du an diesem Wochenende hatte) im Wald aufbauen.
Der haarige Elefantentöter mit Säbelzahngebiss war absolut zufrieden, 20 Meter Schleppleine und viele Hasen zum Jagen.

Was eine chaotische Geschichte.

Nun sitzen wir hier…
Wir lachen über zahnlose Saufkumpanen, Mücken und unglaublich tollen Erinnerungen.

Es war gut so, es wird so weitergehen.

Mein Name ist Kevin Scheirich und ich werde diese Welt erleben!


Mein neues Leben

Solange ich denken kann, liebe ich Veränderungen und Neues. Nichts ist für mich schlimmer als Alltag, Trott und Gewohnheit, außer es ist mit Käse überbacken!
Vor 3 Jahren entschied ich mich dann meinen Job als Banker an den Nagel zu hängen und den Start in die finanzielle Unabhängigkeit zu gehen – das war ganz schön aufregend!
Dass ich innerhalb von nur 3 Jahren ein Unternehmen mit 6-stelligem Wert auf die Beine stelle, wäre mir damals noch nicht in den Sinn gekommen. Wenn ich jetzt sage, dass diese Erfolgsstory in Kürze ihr letztes Kapitel erhält und die Feder in meiner Hand bereits ein völlig Neues zu schreiben beginnt, wird mir wohl jeder einen Vogel zeigen.

Tatsächlich haben das auch einige getan.

Ich gehe einen
ganz eigenen Weg

Um ganz ehrlich zu sein, ist das keine Schnapsidee. Die ersten Schritte habe ich schon im Sommer letzten Jahres gemacht. Kurz und schmerzlos wurde die private Wohnung gekündigt und als Übergang eine WG mit einem Freund eingegangen.
Phase I sozusagen.

Angedacht war ein Probelauf im Oktober letzten Jahres, ein Roadtrip durch Europa, der Anfang einer Weltreise.
Manchmal kommt es dann aber doch anders als man denkt.
Kurzfristig habe ich mich umentschlossen und das dafür vorgesehene Budget für neue Investitionen in die Firma genutzt. Heute betrachtet war das eine extrem gute Entscheidung, da diese Investition sich vielfach ausgezahlt hat.

Aber worauf will ich jetzt hinaus?

 

Einfamilienhaus, Audi A6
und Jahresurlaub

Hast du dir mal überlegt, wie es wäre gar nicht auf der Welt zu sein, dein Leben gar nicht zu haben? Wahrscheinlich hast du dafür keine Zeit, aber ich finde die Vorstellung interessant. Irgendwann gehen die Seiten in unserem Buch des Lebens aus… Wenn du dir dieses Buch vor dem letzten Wort noch einmal durchlesen könntest, möchtest du dann auf 210 von 500 Seiten lesen, dass du Dinge gemacht hast, weil andere es wollten und es dir egal ist warum? Dass du 11 Seiten alleine für negative Gefühle an den Montagen opferst? 7 leere Seiten, die mit zuviel Alkohol in Verbindung stehen?

Wir möchten es schön haben zuhause… zuhause…
1/3 unseres Verdienstes werfen wir pünktlich bis zum dritten Werktag eines Monats in den Geldbeutel von Menschen, die Wohnraum gekauft haben aber ihn nicht brauchen. Diese Beträge sind weg, man kann nicht verkaufen, was man davon bezahlt hat. 1/3 des Verdienstes wird für die Autofinanzierung und den Unterhalt genutzt – schließlich ist es nicht wichtig, dass wir überall hinkommen, sondern wie junge Mädels gucken, wenn wir ankommen. 1/3 des Verdienstes geht für antibiotikaverseuchtes Fleisch, Gemüse mit Nervengift und ein paar andere tolle Güter drauf.

Wer jetzt noch Geld über hat, weil er an einem der drei Drittel gespart hat, kann sich irgendwann eine größere konsumorientierte Ware kaufen oder die Anzahlung für ein eigenes Haus leisten.

eigenes Haus

Nachdem ein schönes Haus gekauft ist, indem der eigene Hund Burnout bekommt, da die 8 Meter nach vorne und 3 Meter in die Breite ziemliche Platzangst verursachen, hat man sich der Konsumgesellschaft für 30 Jahre verpflichtet.
Das Haus gehört natürlich die ersten 30 Jahre (bis zum Abbezahlen der Rate) der Bank (ich kenne sogar viele aus meiner Bankzeit, die in ihrer Rente immer noch abbezahlen).
Lass also bloß keine Rate platzen, denn sonst kommt die Hütte untern Hammer und ein weiterer „Vermieter“ ersteigert billig den Laden und vermietet ihn an irgendwen.

Hört sich stressig an?
Finde ich auch.

Soviel zum warum
Kommen wir jetzt zum was…

Start Projekt
VAN LIFE

Wie die Hippies mit Blumen am T1? – Peace und lange Haare und so?
Nicht ganz!
Nach der finanziellen und zeitlichen Unabhängigkeit, gefällt mir die räumliche Abhängigkeit so gar nicht.
Wenn mein Nachbar mal wieder mit südländischem Temperament seine Familie erzieht, frustrierte DHL-Boten ihre scheiß Pakete für Nachbarn bei mir loswerden wollen oder irgendwelche Rauchmelderfirmen sechs Stunden meines Tages blockieren, um die Rauchmelder zu warten.
Auf deutsch also die Batterien wechseln…
Dann muss ich da mitspielen… – noch!

Rocky und ich möchten uns allerdings nicht nach der Nase anderer richten, wir möchten morgens mit der Sonne aufstehen (und nicht durch LKW-Lärm), beim Öffnen der Tür den See / die Klippen / den Wald / die Wüste sehen und wenn jemand nervt an die nächste tolle Location ziehen.
Anstatt nach 5×8 Stunden Arbeit, einen Tag Feiern und einen Tag schlafen, werden wir diese Welt sehen, Natur, Tiere und Menschen kennenlernen.

Die Phase II umfasste einen kompletten Rundumschlag meiner Finanzen. Durch die Selbständigkeit war hier sehr viel verzweigt und es war schwer diese Verzweigungen zu lösen.
Etwas radikal, aber wirkungsvoll, habe ich mich gerichtlich mit vielen auseinandergesetzt, einige Banken gekündigt, meine Kreditkarten abgegeben und angefangen zum Großteil mit Bargeld zu leben.
Ich habe viel Geld in Kaffeedosen, Matratzen und sonstigen altbekannten Verstecken angespart :P.

Nach Abschluss der Hochzeitssaison Ende September wird also die Phase III und somit die vollständige Umsetzung stattfinden. Das Wohnmobil wird gekauft und bis auf mein Büro (erstmal) wird keine Verpflichtung bestehen bleiben, außer meine KFZ Versicherung.

Was ist mit der
Fotografie

Natürlich ändert sich bei meiner Arbeit nichts an dem was, sondern nur an dem wie!
Meine Leidenschaft ist das, was ich tue und das werde ich auch weiterhin machen, nur meine Kunden werden sich ein wenig ändern.
Es wird keine Privatkunden mehr geben, die klassische Standardwünsche haben, auch einigen Firmenkunden werde ich kündigen (bis auf zwei oder drei meiner Lieblinge).

Hauptsächlich möchte ich noch intensiver meiner Hochzeitsfotografie- und Filmerei nachgehen und durch meine Reisen tolle Einblicke in außergewöhnliche Ecken der Welt geben. Menschen an Rocky’s und meinen Abenteuern teilhaben lassen und mit meiner Leidenschaft anstecken…
Es wird eine tolle Zeit, versprochen!


Ina & Timo

Ina und Timo…
Zwei verliebte Menschen aus dem Norden, die sich bei der WM 2006 kennengelernt haben… Trotz Pasta und Pizza!
Schon im ersten Gespräch war klar – wir arbeiten zusammen! Zwei absolut sympathische Menschen, etwas Kamerascheu aber voller Energie.
Timo erinnert mich ein wenig an jemanden aus meiner Jugend, ich weiß nicht genau an wen, aber mir gefällt das.

Nachdem seit der Buchung einige Monate vergangen sind und der Tag der Hochzeit immer näher rückt, haben die beiden mich angeschrieben, um vor der Kamera etwas „warm“ zu werden.

warm werden? Die beiden durften richtig heiß werden!

Neben meinem üblichen Charme gehe ich mit „angeblich“ Fotoscheuen bei Testshootings gern an Grenzen. Das ist immer ganz gut, um das „eat that frog“ Prinzip umzusetzen.
Der innere Schweinehund ist also überwunden und der lockeren Atmosphäre am Tag der Hochzeit kann nichts mehr im Wege stehen.

Eure Fotos bestehen
aus Charakter

Nach kurzem Smalltalk war klar warum wir am 22.07.2017 zusammenarbeiten. Wir sind ein super Team!
Ein paar Standardposen zum Aufwärmen und dann ging’s ins Eingemachte. Ina und Timo haben richtig Gas gegeben und rundeten meine Ideen ab.
Hamburg Speicherstadt als Klassiker passte ganz gut, nur wollte ich ungern den üblichen Blödsinn abziehen, den „Fotografen“ sich gönnen.
Warum auch? Überall gibt es identische Bilder (mal besser, mal schlechter), nur die Personen sind anders.
Nicht mit mir.

Auch unsere Raucherpausen bedeuten für mich Momente mit Charakter.

Weil Rauchen geil ist?

Nein, weil es zu Timo gehört. Ganz einfach, trotz aller schwarzen Lungen auf den Schachteln, es ist nunmal so und es passt!

Das Lachen meiner
Models rockt

Das Glück und die Zuneigung sind beiden ins Gesicht geprügelt, jetzt ist Dauerfeuer angesagt. Die Stimmung aufrecht erhalten und weiter zur offnen Emotionalität animieren, das ist jetzt mein Job.
Den mache ich vermutlich gut. Nein ich mache ihn auf jeden Fall gut.
Einige Locations, die wir besuchen kenne ich schon, ich liebe sie – Shootings bei einigen der Locations haben mir teilweise 12.000 Daumen hoch gebracht.
Ein paar sentimentale Gedanken dürfen da nicht fehlen.

Zum Abschluss laden mich Ina und Timo auf einen tatsächlich unglaublichen Kaffee in der Kaffeerösterei ein.
Ein Urang Utan Kaffee.
Als Kaffeejunkie schmeckt man diese verbrannte und erdige Note des Billigkaffees von Tchibo/Jacobs/Melitta nicht mehr…
Bis man echten Kaffee trinkt.
Wirklich phänomenal dieser volle und weiche Geschmack mit diversen Noten von Frucht und Geschichte.

Während ich meinen Kaffee trinke und den Beiden von meinem Vorhaben Van-Life erzähle, lassen wir den Tag entspannt ausklingen und resümieren ein paar Abenteuer.

Das war ein schöner Tag